„Brahms‘ Fünfte“

Das Erste Klavierkonzert von Brahms ist ein jugendlich-stürmisches Werk, das tiefe seelische Abgründe aufreißt. Nur mit Mühe konnte der Komponist die Fülle aufwühlender Gedanken bändigen, die in ihm Gestalt zu werden versuchten. Wesentlich abgeklärter gibt sich das nur wenig später entstandene Klavierquartett in g-Moll, dessen die Grenzen des Kammermusikalischen sprengender sinfonischer Zug Arnold Schönberg veranlasste, eine Orchesterfassung herzustellen, die klanglich aus dem Vollen schöpft und gleichzeitig meisterhaft die Struktur des Werks ins Relief setzt. Den Titel „Brahms‘ Fünfte“, den man der Bearbeitung gegeben hat, trägt sie mit großem Recht. Der Brahms-Verehrer Schönberg hat hier einen glänzenden Beweis für das tiefe Verständnis gegeben, das er seinem Vorbild entgegenbrachte.

Johannes Brahms
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll op. 15 (1859)
Klavierquartett g-Moll op. 25 (1861) (Orchesterfassung von Arnold Schönberg))

Michael Sanderling | Dirigent
Martin Helmchen | Klavier
Dresdner Philharmonie

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