Schostakowitsch 14

Schostakowitschs Vierzehnte Sinfonie wartet nicht, wie ihre Vorgängerin, mit einer monumentalen Besetzung auf, sondern ist von einer kammermusikalischen Klarheit. Die Gedichte von Federico García Lorca, Guillaume Apollinaire, Wilhelm Küchelbecker und Rainer Maria Rilke, die er in den elf meist kurzen Sätzen vertonte, kreisen um den Tod als einer das Leben vernichtenden Macht, die Schostakowitsch nur negativ bewerten konnte. Seine Vertonung der facettenreichen Lyrik ist an Drastik kaum zu überbieten, spricht von Trauer und Zorn und verleiht diesem sowjetischen Totentanz eine Abgründigkeit, die zutiefst bewegt. Zuvor erklingt Carl Maria von Webers gefühlvolles Klarinettenkonzert in f-Moll, zu dem der theateraffine Komponist durch das Belcanto des Klarinettenvirtuosen Heinrich Baermann inspiriert wurde.

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 14 op. 135 (1969)
für Sopran, Bass und Kammerorchester

Michael Sanderling | Dirigent
Andreas Ottensamer | Klarinette
Polina Pastirchak | Sopran
Dimitry Ivashchenko | Bass
Dresdner Philharmonie

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