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Forschende ganz nah - mit Pia Bethge & Daniela Hartmann

Sie sind herzlich dazu eingeladen, im COSMO vorbei zu kommen und sich mit mir auszutauschen, um mehr über die Ausstellung „Bakteriopolis – Winzige Stadt voller Bakterien“ zu erfahren.

Pia Bethge

Wer bist du?
Ich bin Pia Bethge, Lebensmittelchemikerin und Doktorandin im Fachbereich Lebensmittel-Mikrobiologie.

Wo arbeitest du?
Ich arbeite an der TU Dresden als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Biologie komplexer Systeme (Center Synergy of Systems).

Woran arbeitest du?
In meiner Doktorarbeit habe ich mich mit Wasserkefir beschäftigt. Das ist ein fermentiertes Getränk, das von einer lebendigen Gemeinschaft aus Mikroorganismen produziert wird. Mich hat vor allem interessiert, wie die Kefirkristalle aufgebaut sind und wie sie wachsen und sich vermehren.

In meiner aktuellen Arbeit untersuche ich, wo Wasserkefir in Deutschland überall verbreitet ist und warum diese „unsichtbare WG“ aus Bakterien und Hefen so stabil ist und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt hat.

Worüber kann man mit dir reden?
Sprecht mich gern an, wenn euch Wasserkefir und Fermentation interessieren, oder wenn ihr generell mehr über Lebensmittel, Mikroorganismen und komplexe Systeme erfahren wollt. Außerdem gebe ich gern Einblicke ins Studium und meinen Arbeitsalltag als Wissenschaftlerin.

Daniela Hartmann

Wer bist du?
Ich bin Daniela, Mikrobiologin, und ich beschäftige mich mit einer Welt, die wir nicht sehen können, die aber unser Leben maßgeblich beeinflusst.

Wo arbeitest du?
Ich arbeite an der Technischen Universität Dresden in der Arbeitsgruppe Allgemeine Mikrobiologie.

Woran arbeitest du?
Ich arbeite mit Bodenbakterien, insbesondere mit Streptomyces. Diese Mikroorganismen leben im Boden und produzieren eine erstaunliche Vielfalt an natürlichen Wirkstoffen. Viele der Antibiotika, die wir heute in der Medizin einsetzen, stammen ursprünglich von genau solchen Bakterien.

Mich fasziniert, wie diese Mikroorganismen leben, wachsen und miteinander interagieren. Obwohl sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, bilden sie komplexe Strukturen und zeigen ein Verhalten, das fast an einfache Organismen erinnert.

In meiner Arbeit verbinde ich klassische Laborarbeit mit moderner Genomforschung. So kann ich untersuchen, welche genetischen Informationen hinter diesen Fähigkeiten stecken und welche bislang unentdeckten Wirkstoffe noch in ihnen verborgen sind.

Außerdem interessiere ich mich sehr für Lebensmittelmikrobiologie und die Rolle von Mikroorganismen in unserer Ernährung und Gesundheit.

Worüber kann man mit dir reden?
Über die unsichtbare Welt der Mikroorganismen, die uns ständig umgibt. Über neue Antibiotika und warum ihre Entdeckung heute so wichtig ist. Oder darüber, warum Bakterien nicht nur Krankheitserreger sind, sondern eine zentrale Rolle für unser Leben spielen.

Worum geht es bei „Forschende ganz nah“?
Bei dem Gesprächsformat: „Forschende ganz nah“ haben Sie die Möglichkeit, nicht nur die Ausstellung im COSMO zu erkunden, sondern auch direkt mit Forscherinnen und Forschern in Kontakt zu treten. Sie sind herzlich dazu eingeladen, während der regulären Öffnungszeiten im COSMO vorbei zu kommen und sich mit uns auszutauschen. Stellen Sie gerne Fragen zu den Exponaten der aktuellen Ausstellung und teilen sie auch Ihre eigenen Ideen und Gedanken!

Sprache: Deutsch/Englisch

Bild: Rafael Vinz / Barkhausen Institut